Brust Untersuchung


Vorsorgeuntersuchung, Mammographie, Untersuchungen

Die Diagnose- und Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren ständig verbessert. Dazu gehört das 2005 in Deutschland eingeführte Mammografie-Screening.
Bei alle zwei Jahre untersuchten Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren wurden in der Folgezeit teilweise vermehrt Tumoren der Brustdrüsen im frühen Stadium entdeckt.
Solche Geschwülste haben oft eine günstigere Prognose.

Früherkennung : Vorsorgeuntersuchungen bzw. Untersuchungen

  • Selbstabtastung des  Busens
  • Jährliche Krebsvorsorge ab 30 Jahren: der Arzt untersucht die Brüste sorgfältig und tastet dabei auch die Lymphabflusswege der Brust
  • Alle 24 Monate Mammographie  ab 50-69 Jahre (in Österreich im Alter an 45 Jahre)
  • Ultraschall
  • Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie
  • Frühzeitige  Diagnostik bei familiärer Vorgeschichte – Gentest
  • Entnahme von Brustgewebe=Biopsie

Zwischen zwei jährlichen Mammographie Untersuchungen kann bei einigen Frauen zu Tumoren Wachstum kommen, die im Röntgenbild nicht diagnostizierbar waren.  Viele dieser sogenannten Intervallkarzinome können die Ärzte mittels Ultraschall schon vor dem nächsten Screening-Termin  entdecken und mit einer Therapie anfangen.

Erklärungen der Untersuchungsmethoden:

Brust Abtastung

Wer seine Brust zum ersten Mal abtastet, erschrickt vielleicht,Selbstabtastung des  Busens weil sich das Gewebe viel knubbeliger anfühlt als erwartet. Besonders junge Frauen haben oft einen knotigen, festen Busen. Mit zunehmendem Alter ersetzt der Körper das Drüsengewebe nach und nach durch Fettgewebe. Deshalb ist die Brust nach den Wechseljahren in der Regel weicher.
Die Größe der Knoten die in der Selbsuntersuchung getastet werden beträgt etwas über 2cm.

Nicht alle Bereiche einer Brust sind gleich aufgebaut. Im oberen und äußeren Viertel der Brust ist das Drüsengewebe dichter, weshalb sich die Strukturen hier besonders körnig und knotig anfühlen. In diesem Bereich entsteht Brustkrebs am häufigsten. Auch der Bereich um die Brustwarze ist nicht gleichmäßig ausgebildet. Veränderungen in der individuellen „Drüsenlandschaft“ können Sie daher besser einordnen, wenn Sie mit Ihrer Brust gut vertraut sind – und das lässt sich nur durch regelmäßiges Abtasten erreichen.

Die beste Zeitpunkt für das Abtasten der Brust liegt ungefähr eine Woche nach dem Beginn der letzten Regelblutung. Die Brust ist in dieser Zeit besonders weich. Nach dem Eintreten der Wechseljahre kann die Brust zu jedem Zeitpunkt abgetastet werden.

  •  Abtastung: im Liegen oder im Stehen. Am Besten vor einen Spiegel, stehen Sie und heben die Arme über den Kopf, schauen Sie nicht nur die Hautbeschaffenheit an wie  Dellen,  Unregelmäßigkeiten, Form, auch sehr wichtig ist das  Abtasten.
  • Am Besten streicht man mit den 3 Fingernkuppen  mit wechselndem  Druck kreisförmig über eine Brust, dann vom  Brustbein ausgehend zur Brustmitte, dann von außen zur Brustmitte. Ertasten Sie kleine Verhärtungen oder Knötchen?
  • Führen Sie die Untersuchung  an anderer Brust mit der anderen Hand durch.
  • Tasten Sie beide Achselhöhlen mit der jeweils gegenüberliegenden Hand auch nach Knötchen ab.
  • Drücken Sie ein wenig gegen beide Brustwarzen. Sondern diese ein milchiges, wässriges oder
    blutiges Sekret ab

Der am besten geeignete Zeitpunkt für die Selbstuntersuchung ist eine Woche nach Beginn der Regelblutung. Die Brust ist in der Zeit besonders weich.
Gegen Zyklusende schwillt der Busen unter dem Einfluss der Hormone oft an und das Drüsengewebe fühlt sich dann härter oder sogar knotig an.

Auch nach den Wechseljahren sollte eine Frau regelmäßig einmal im Monat ihre Brüste auf Veränderungen und Knoten selbst untersuchen.
Bei Einnahme von Hormonpräparaten ist eine Woche nach Beginn einer neuen Monatspackung ein geeigneter Zeitpunkt für die Brust-Selbstuntersuchung.

Nehmen Sie sich für die Selbstuntersuchung genügend Zeit. Um auch kleine Veränderungen aufspüren zu können, müssen Sie Ihre Brust entspannt, konzentriert und in Ruhe abtasten.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Röntgen-Untersuchung derMammographie Brust mit Strahlen, wobei die Qualität des Bildes und die Höhe der Strahlenbelastung sehr von der Dichte des Gewebes abhängen. Bei der Röntgenaufnahme wird die Brust zwischen zwei Platten gepresst, mit Kompressionsdruck von 21 kg. Je flacher die Brust gedrückt wird, desto genauer kann man die Aufnahme auswerten. Dieser Vorgang  kann jedoch unangenehm  empfunden werden. Diese Bilder begutachten mindestens zwei Fachärzte.
Wenn die Mammografie einen verdächtigen Befund zeigt, soll dieser
weiter abgeklärt werden. Ergänzende Untersuchungen sind  eispielsweise eine Ultraschalluntersuchung oder die Entnahme einer Gewebeprobe (Biopsie).

In der Mammographie  können Knoten ab etwa 1cm Größe entdeckt werden. Allerdings sind 15% der tastbaren Tumore auf Grund der Gewebebeschaffenheit in der Mammographie nicht sichtbar.

Bei einer Mammographie-Untersuchung der Brust wird der Befund in einer fünfteiligen Skala klassifiziert, abhängig davon, wie wahrscheinlich das Vorliegen von Brustkrebs nach den Bildern ist.
Die fünf Stufen nennt man BI-RADS I-V oder auch B1-B5.

Im einzelnen:

  • BI-RADS I, oder B1: Befund unauffällig, keinerlei Krebszeichen
  • BI-RADS II, oder B2: gutartige Veränderungen, kein Verdacht auf Krebs
  • BI-RADS III. oder B3: unklarer, aber eher gutartiger Befund; Nachkontrolle in einem halben Jahr empfohlen
  • BI-RADS IV, oder B4: verdächtiger Befund, Biopsie ratsam
  • BI-RADS V, oder B5: mit hoher Wahrscheinlichkeit Brustkrebs, Biopsie zur Bestätigung trotzdem notwendig

Eine Mammografie erlaubt, Brustkrebs in einem nicht weit fortgeschrittenen Stadium zu entdecken.
Dabei werden auch Tumoren entdeckt, die der betroffenen Frau wahrscheinlich nie Beschwerden bereiten würden. Leider ist es nicht möglich vorauszusagen, welche Tumoren ungefährlich bleiben; deshalb wird
empfohlen, alle entdeckten Tumoren zu behandeln.

Röntgenstrahlen können schädlich sein. Die Vorteile der Mammografie werden von Fachleuten als klar grösser eingeschätzt als das Risiko durch die Strahlenbelastung.
In jungen Jahren ist die Strahlenempfindlichkeit von Brustgewebe sehr hoch, so dass Frauen unter 20 Jahren sollten deshalb keiner Mammographie unterzogen werden. Bei Frauen zwischen 20 und 30 Jahren sollte das Risiko gut überlegt werden und eventuell andere diagnostische Methoden sollten angewendet werden.

 MR-Mammographie

Die MR-Mammographie – auch Mamma-MRT oder Brustkernspin genannt – gilt aber als eine wichtige Zusatzuntersuchung, beispielsweise bei jüngeren Frauen mit sehr hohem Erkrankungsrisiko.
Mit der MR-Mammographie können Veränderungen (ab 3-5 mm) nachgewiesen werden, die vor allem durch vermehrte Blutgefäßneubildungen bedingt sind.

Dieses Untersuchungsverfahren basiert auf Magnetwirkung. Durch Anlegen und Lösen starker Magnetfelder werden Signale des Gewebes hervorgerufen, die je nach Gewebeart unterschiedlich ausgeprägt sind. Die Verarbeitung dieser Signale ergibt Schnittbilder mit einer sehr hohen Auflösung.

Die Untersuchung erfolgt mit einem Kontrastmittel.  Dieses reichert sich besonders in gefäßreichen Strukturen an.  Die Aussagekraft der MR-Mammographie wird also durch Kontrastmittelgabe deutlich erhöht.

Das Kontrastmittel Gadolinium ist in der Regel gut verträglich, nebenwirkungsarm und mit keiner radioaktiven Belastung verbunden.
Vorübergehend können nach dem Spritzen ein Wärme- oder Kältegefühl, Kopfschmerzen und Unwohlsein, manchmal auch ein Kribbeln oder eine Hautreizung auftreten – Sympt

ome, die jedoch im Allgemeinen rasch abklingen.
Das Kontrastmittel darf bei eingeschränkter  Niereninsuffiziens  nicht  angewendet  werden.

Durch die starken magnetischen Kräfte kommt es während der Aufnahme  zu lauten Geräuschen, wie Klopfen, Summen, Rattern oder Sägen. Durch den geringen Durchmesser der Röhre, in die der Patient gefahren wird, kann es zu Beklemmungs- und Angstgefühlen kommen. Es gibt inzwischen auch Geräte mit Tunnelöffnung von 75 cm statt 60 cm.

Galaktographie

Die Galaktographie ist eine Erweiterung der klassischen Mammographie.
Mit dieser Methode können winzige Tumoren entdeckt werden, die direkt in einem Milchgang wachsen und auf anderem Wege möglicherweise noch nicht darstellbar sind. Es ist auch möglich, den entsprechenden Bereich für eine Operation mit einem Farbstoff zu markieren, so dass eine gezielte Gewebeentnahme erfolgen kann.

Bei der Galaktographie wird eine sehr dünne Sonde durch die Brustwarze eingeführt und ein Kontrastmittel in die Milchgänge gespritzt.
Das Einführen der Kanüle ist unangenehm und kann schmerzhaft sein.

Positronen-Emissions-Mammografie PEM

Die PEM als eine neue Spezialanwendung der nuklearmedizinischen PET (Positronen-Emissions-Tomografie) ermöglicht nach Injektion einer einfachen Zuckerverbindung, an die eine signalgebende Substanz, das kurzlebige Nuklid F18 gekoppelt ist, mittels eines Scanners eine äußerst detaillierte Abbildung des Brustgewebes.

Der Ablauf der Untersuchung mit der PEM erfolgt im Sitzen. Die Brust wird auch bei der Untersuchung nur leicht fixiert. Der auf die Brust ausgeübte Kompressionsdruck fällt mit 7 kg deutlich geringer aus als bei der Mammografie mit 21 kg.

Frühzeitig könnten kleine Tumoren unter 1 cm Größe erkannt werden, da die Auflösung 1,6 mm beträgt, In diesem Stadium kann brusterhaltend operiert werden.

Mit diesem hochempfindlichen Gerät und seiner enormen Bildschärfe werden alle verdächtigen Krankheitsherde in der Brust und Achselhöhle in einem einzigen Untersuchungsgang erfasst. Die gesamte Diagnostik kann auf einen Tag reduziert werden.heißt es in einer Mitteilung zu den Fallauswertungen.

 

Dichte der Brust

Fortschrittliche Radiologen beschreiben in ihrem Mammographiebefund auch die
Dichte Ihres Brustgewebes. Dafür gibt es die Einteilung der Brustdichte nach ACR
(steht für American College of Radiology) von 1 bis 4. Das Ausmaß der Brustdichte
ist deshalb so wichtig, weil mit zunehmender Dichte des Brustgewebes die
Empfindlichkeit der Mammographie für die Erkennung von Brustkrebs abnimmt.
Bei einer Brustdichte von Grad 3 und 4 muss der Radiologe – laut Stufe-3-Leitlinie
- zusätzlich zur Mammographie einen Ultraschall durchführen.
Die 4 Stufen der Brustdichte nach ACR.

Dichtegrad:

ACR1

  • Beurteilung: Sie haben eine so genannte Involutionsbrust (eine Brust mit vielen Fettgewebsanteilen)
  • Folgen: Das Vorliegen möglicherweise bösartiger Veränderungen bis zu 5 mm kann sicher ausgeschlossen werden

ACR2

  • Beurteilung:  Sie haben eine Brust mit einem  so genannten »fibroglandulärem  Muster« (eine Brust, die nur zu 25 Prozent aus Drusenkörper besteht, der Rest aus Fettgewebe)
  • Folgen:  Das Vorliegen möglicherweise bösartiger Veränderungen bis zu 1 cm kann nicht sicher ausgeschlossen werden

ACR3

  • Beurteilung: Sie haben einen gleichmäßig dichten Drüsenkörper (eine Brust, die noch zu 75 Prozent aus Drusenkörper besteht, der Rest aus Fettgewebe)
  • Folgen:  Das Vorliegen möglicherweise bösartiger Veränderungen bis zu 2 cm kann nicht sicher ausgeschlossen werden. Die »Trefferquote« der Mammographie ist stark eingeschränkt.

ACR4

  • Beurteilung:   Sie haben einen extrem dichten Drusenkörper (eine Brust, die fast zu 100 Prozent aus Drusenkörper besteht)
  • Folgen:  Die Mammographie alleine kann bei diesem dichten Gewebe keine sichere Aussage treffen. Die »Trefferquote« der Mammographie ist stark eingeschränkt.

Leider wird die ACR-Dichte beim Mammographie-Screening zwar festgestellt, jedoch nicht im Befundbericht mitgeteilt. Auch in den Beurteilungen außerhalb des Screenings, bei den so genannten diagnostischen Mammographien, die wegen eines Knotens durchgeführt werden, wird diese wichtige Information nicht immer erwähnt. Dabei ist sie ein entscheidender Hinweis darauf, wie aussagekräftig die Röntgenaufnahme der Brust ist.
Deshalb: Fragen Sie dennoch danach – das ist Ihr gutes Recht.

Ultraschalluntersuchung, Sonographie

Die Ultraschalluntersuchung ist besonders bei jüngeren Frauen, die noch ein festes, dichtes Brustgewebe haben, besser. Die Vorteile sind: schmerzfrei, keine Strahlenbelastung, bessere Erkennung von Knoten in dichtem Gewebe, bessere Unterscheidung zwischen Knoten und  Zysten und sofortige Untersuchung auf auffällige Blutgefäße in einem Untersuchungsgang (sog. Doppler-Ultraschall).
Eine Ultraschall-Untersuchung der Brust kann man etwa mit 30 Jahren jährlich durchführen. Ab 40 Jahren ist eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung ohne Brustultraschall für unvollständig.

Tumormarker

Tumormarker sind u. a. (Stoffwechsel) Produkte, die im Körper gebildet werden. Sie kommen bei allen (auch bei gesunden) Menschen im Blut vor und können bei bösartigem Tumor deutlich erhöht sein. Es gibt aber auch viele harmlose Erkrankungen wie z. B. Entzündungen, die mit einer Tumormarkererhöhung
einhergehen können.
Ebenso kann ein Tumormarker auch bei bösartiger Erkrankung unauffällig sein.
Daher sind Tumormarker keinesfalls für die Diagnose von Brustkrebs geeignet.
Auch nicht für die Abklärung, ob ein Knoten in der Brust gut- oder bösartig ist.

Gentest bei familiärer Vorbelastung:

Es wird lediglich Blut abgenommen, das anschließend im Labor auf den möglichen Defekt von BRCA 1 und BRCA 2 untersucht wird. Dieser Defekt ist schuld daran, dass der Körper bestimmte Zellschäden nicht reparieren kann und so die Entstehung von bösartigen Tumoren begünstigt ist. Da das Untersuchungsverfahren aufwändig ist, liegt das Testergebnis erst einige Monate nach der Blutabnahme vor.

mehr über BRCA1 und BRCA2 lesen Sie im Artikel => Mutazionen RBCA

Oncotype-DX-Brustkrebstest

Im Tumorgewebe selbst wird die Aktivität von 21 Genen bestimmt. Diese Ergebnisse werden mittels eines mathematischen Verfahrens in den  Recurrence-Score umgerechnet. Er ist ein Maß für die Wahrscheinlichkeit, mit dem ein Fernrezidiv zehn Jahre nach Erstdiagnose auftreten wird. Das Ergebnis erlaubt zusätzlich eine Einschätzung des Nutzens einer adjuvanten Chemotherapie.

Biopsie-Gewebeentnahme:  Stanzbiopsie

Es werden  einige Gewebepartikel („Zylinder“) gewonnen, die dann histologisch (feingeweblich) untersucht werden.
Liegt eine verdächtige Veränderung im Mammographiebild  vor, ist die stereotaktische Vakuum Saugbiopsie (zum Beispiel mit Hilfe des sogenannten “Mammotom” und einer Röntgenvorrichtung) vorzuziehen. Durch dieses werden sehr viele Gewebezylinder gewonnen  und das ganze Kalkareal kann sogar entfernt werden.

Der Arzt betäubt die Haut und das darunter liegende Gewebe. Dann schiebt er unter Ultraschallkontrolle eine Führungskanüle bis zu dem verdächtigen Bereich vor. Bei nicht tastbaren und im Ultraschall nicht sichtbaren Veränderungen (bei Mikrokalk) entnimmt der Arzt die Probe nicht unter sonographischer, sondern unter Röntgenkontrolle.

Die eigentliche Nadel für die Gewebeentnahme ist mit einem Biopsiegerät gekoppelt, der auch als “Biopsie-Pistole” bezeichnet wird. Die Nadel wird unter Druck mit hoher Geschwindigkeit ins Gewebe “geschossen”. Bei tastbaren Veränderungen werden mindestens drei Stanzen aus unterschiedlichen Bereichen des verdächtigen Bezirks gewonnen. Bei Herden mit verdächtigem Mikrokalk deutlich mehr. Die Haut muss nur einmal durchstochen werden.

Die Biopsie dauert nur kurz und ist kaum schmerzhaft. Danach kann es zu Blutergüssen kommen.

Die Forscher des Biozentrums und des Instituts für Nanowissenschaften der Uni Basel sowie der Firma Nanosurf entwickeln ein neues Verfahren, mit dem lässt sich Brustkrebs innerhalb weniger Stunden diagnostizieren. Die neue Methode basiert auf dem Prinzip des so genannten Rasterkraftmikroskops: Eine winzige Nadel bewegt sich über die Oberfläche einer zuvor entnommenen Gewebeprobe und übt an über 10’000 Punkten Druck aus. Während gesunde Zellen relativ fest sind, lassen sich bösartige Tumorzellen stärker eindrücken. Anhand dessen lässt sich krankes von gesundem Gewebe unterscheiden.

Vakuumbiopsie

Die Vakuum-Biopsie ist computergesteuert und erlaubt genaue Entnahme von mehr Gewebe.
Sie wird empfohlen, wenn sich auf den Mammographie-Aufnahmen Mikrokalk zeigt.
Die Frau liegt dabei auf dem Bauch auf einer Liege, die Brust hängt durch eine Öffnung nach unten. Mit der Hilfe der gleichzeitigen Mammographie, lässt sich die genaue Lage der Veränderung in der Brust ermitteln.
Die Haut wird örtlich betäubt. Ein angeschlossener Computer führt die Biopsienadel gezielt an die verdächtige Stelle. Unter Vakuum wird Gewebe durch eine seitliche Öffnung in die Nadel gesaugt, abgetrennt und nach außen transportiert. Es werden mehrere Proben entnommen.

Die Vakuumbiopsie dauert  länger als die Stanzbiopsie und hinterlässt eine kleine Narbe. Es kann zu Blutergüssen oder gelegentlich auch Nachblutungen kommen.

Galaktografie (Röntgenuntersuchung der Milchgänge)

ist eine Sonderform der Mammographie,  die feinen Gänge können besser sichtbar gemacht werden.
Dazu wird über eine feine Nadel Kontrastmittel in den Milchgang und seine Verästelungen eingespritzt und danach die Brust geröntgt.
Ein Nachteil der Methode: Blockiert ein Befund einen Milchgang, dringt das Kontrastmittel nicht weiter vor. So kann nicht erkannt werden, ob innerhalb dieses Milchgangs weitere Wucherungen vorhanden sind.

Duktosonographie (Ultraschall der Milchgänge)

Mit Duktosonographie wird die Galaktografie ergänzt. Bei dieser Untersuchung können durch ein spezielles Ultraschallgerät mit sehr hoher Frequenz Veränderungen in den Milchgängen erkannt werden.

Thermografie (Wärmebild)

Mittels Infrarotanalytik  wird die Wärmeabstrahlung des Gewebes gemessen. Karzinome sind stärker durchblutet und strahlen deshalb mehr Wärme ab.

Auch gutartige Brustveränderungen können das Wärmebild beeinflussen. Die Methode gilt als nicht zuverlässig und ist den anderen Diagnoseverfahren deutlich unterlegen. Sie wird nicht empfohlen und von den Krankenkassen nicht bezahlt.

Diagnostik der Metastasen

Um eventuelle schon vorhandene Fernabsiedlungen (Metastasen) aufzuspüren, werden verschiedene Verfahren genutzt:

  • Skelettszintigraphie: Die Skelettszintigraphie wird eingesetzt, um Knochenmetastasen aufzuspüren. Dazu werden radioaktiv markierte Stoffe injiziert, die sich in Gewebe mit erhöhtem Stoffwechsel, z. B. in Tumoren und deren Metastasen, anreichern. Diese Gebiete zeichnen sich in einer anschließenden Aufnahme, die mit einer speziellen „Strahlenkamera“ gemacht wird, als dunkle Punkte ab. Allerdings mit dieser Untersuchung können erst ab einer Größe von etwa 12 bis 15mm  Tumor  Metastasen  festgestellt werden.
  • Oberbauch-Ultraschall: Die Oberbauch-Sonografie (OBS) dient dem Ausschluss von Metastasen in der Leber.
  • Lungen-Röntgen: Das Thrax-Röntgen wird eingesetzt, um Lungenauszuschließen.

Wenn in diesen Untersuchungen Hinweise auf Metastasen oder unklare Befunde festgestellt werden, schließen sich manchmal – je nach Bedarf – folgende Untersuchungen an:

Computertomographie bzw. Computertomografie (CT)

In der Computertomographie werden aus verschiedenen Richtungen

Röntgenaufnahmen eines Objektes gemacht. Durch Einsatz eines Computers werden aus den Aufnahmen Schnittbilder erzeugt. Leider ist die Untersuchung sehr ungenau. Damit der Tumor festgestellt werden kann, müsste schon ein großes Volumen haben. Die Computertomographie ist aber sehr nützlich bei der Planung vor der Operation.

Kernspintomographie MRT

Die Kernspintomographie, auch Magnetresonanztomographie (MRT) genannt, hat im Vergleich zur Computertomographie den Vorteil, dass hier keine Röntgenstrahlen eingesetzt werden. Ist genauer, als CT, aber kleine Tumor Herden werden auch nicht erkannt. Durch die starken magnetischen Kräfte kommt es während der Aufnahme  zu lauten Geräuschen, wie Klopfen, Summen, Rattern oder Sägen. Durch den geringen Durchmesser der Röhre, in die der Patient gefahren wird, kann es zu Beklemmungs- und Angstgefühlen kommen. Es gibt inzwischen auch Geräte mit Tunnelöffnung von 75 cm statt 60 cm.

Brustkrebs – weitere Diagnoseverfahren

Galaktografie (Röntgenuntersuchung der Milchgänge)

Wenn ein Milchgang blutiges Sekret absondert und Mammographie bzw. Ultraschall keinen eindeutigen Befund ergeben haben, ist die Ursache häufig ein Papillom, also eine gutartige Geschwulst in einem der Milchgänge. Mit der Galaktografie, einer Sonderform der Mammographie, können die feinen Gänge sichtbar gemacht werden.

Dazu wird über eine feine Nadel Kontrastmittel in den Milchgang und seine Verästelungen eingespritzt und danach die Brust geröntgt. Trifft die Flüssigkeit zum Beispiel auf einen Knoten, strömt sie seitlich an diesem Hindernis vorbei bzw. dringt nicht weiter vor, wenn der Milchgang an dieser Stelle unterbrochen ist. Durch das im Röntgenbild hell erscheinende Kontrastmittel sieht die Ärztin bzw. der Arzt genau, an welcher Stelle der Befund sitzt.

Ein Nachteil der Methode: Blockiert ein Befund einen Milchgang, dringt das Kontrastmittel nicht weiter vor. So kann nicht erkannt werden, ob innerhalb dieses Milchgangs weitere Wucherungen vorhanden sind.

Thermografie (Wärmebild)

Bei dieser Methode wird mittels Infrarotanalytik die Wärmeabstrahlung des Gewebes gemessen. Der Gedanke dahinter: Karzinome sind stärker durchblutet und strahlen deshalb mehr Wärme ab.

Allerdings können auch gutartige Brustveränderungen das Wärmebild beeinflussen. Die Methode gilt als nicht zuverlässig und ist den anderen Diagnoseverfahren deutlich unterlegen. Deshalb wird sie nicht empfohlen und von den Krankenkassen auch nicht bezahlt.

Ausbreitungsdiagnostik

Wenn Brustkrebs diagnostiziert wurde, schließen sich Untersuchungen an, um möglicherweise schon vorhandene Fernabsiedlungen (Metastasen) aufzuspüren. Dafür werden verschiedene Verfahren genutzt: – Skelettszintigraphie: Die Skelettszintigraphie wird eingesetzt, um Knochenmetastasen aufzuspüren. Dazu werden radioaktiv markierte Stoffe injiziert, die sich in Gewebe mit erhöhtem Stoffwechsel – z. B. in Tumoren und deren Metastasen – anreichern. Diese Gebiete zeichnen sich in einer anschließenden Aufnahme, die mit einer speziellen „Strahlenkamera“ gemacht wird, als dunkle Punkte ab.

  • Oberbauch-Ultraschall: Die Oberbauch-Sonografie (OBS) dient dem Ausschluss von Metastasen in der Leber.
  • Lungen-Röntgen: Das Thorax-Röntgen, so der Fachausdruck, wird eingesetzt, um Lungenmetastasen auszuschließen.

Wenn in diesen Untersuchungen Hinweise auf Metastasen oder unklare Befunde festgestellt werden, schließen sich manchmal – je nach Bedarf – folgende Untersuchungen an:

  • MRT
  • Computer-Tomografie (CT)

Bei der Computer-Tomografie werden viele einzelne Röntgenschnitte quer durch die Metastasen-verdächtige Körperregion aufgenommen und per Computer in ein dreidimensionales Bild umgerechnet.

Hormonrezeptoren
Die Hormone Östrogen und Progesteron können das Wachstum von Brustkrebszellen beeinflussen. Sie docken an Bindungsstellen (Rezeptoren) der Zelle an, die dann das Wachstumssignal ins Zellinnere weiterleiten.

Um zu ermitteln, ob ein Tumor hormonabhängig wächst, wird untersucht, wie groß der Anteil der Zellen und die Menge der entsprechenden Rezeptoren ist. Reagiert mehr als ein Prozent aller Tumorzellen auf das spezielle Markierungsverfahren, geht man davon aus, dass der Tumor hormonempfindlich ist. Ausgedrückt wird dies durch die Angabe ER+ (Östrogenrezeptor-positv) und/oder PgR+ (Progesteronrezeptor-positiv).

Wenn Tumorzellen hormonabhängig wachsen, bedeutet dies andererseits, dass sich ihr Wachstum durch Hormonentzug verlangsamen oder stoppen lässt. Dann kann eine (Anti-)Hormontherapie wirksamer sein als eine Chemotherapie.

HER2-Rezeptor-Status
HER2-Rezeptoren sind Bindungsstellen für Wachstumsfaktoren, die die Krebszelle zur Teilung anregen. Sind auf der Zelloberfläche besonders viele HER2-Rezeptoren vorhanden, geht dies oft mit einem aggressiveren Verlauf der Krebserkrankung einher. Verfügbare molekularbiologische Therapien blockieren diese Rezeptoren und hemmen damit das Zellwachstum.

Über HER2-Rezeptoren und Hormonrezeptoren empfangen sowohl normale Körperzellen als auch Krebszellen Signale, um sich zu teilen. Krebszellen können besonders viele davon tragen. Dann wachsen sie beschleunigt.



Comments are closed